Contentmanagerin

Anna Rissel

Frau Rissel, kurz zu Ihrer Person. Wer sind Sie und was machen Sie?
Mein Name ist Anna Rissel. Ich bin 31 Jahre alt und komme zwar eigentlich aus der Pfalz, aber im Herzen und auch geografisch bin ich im Saarland hängen geblieben. Ich habe Literaturwissenschaften und Soziologie studiert, bin also im Kern Journalistin. Als es mich nach Saarbrücken verschlagen hat, wurde ich zu Hause schon - zur großen Freude meiner Familie - zur „Saarland-Botschafterin“ (lacht). Dass ich bei der Tourismus Zentrale Saarland gelandet bin, ist schon fast ein bisschen schicksalshaft. Ich kümmere mich mit dieser Saarland-Liebe im Herzen um das Content- und Brand-Management der TZS und vor allem auch um unsere Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram, Pinterest, YouTube). Ich hoffe, noch mehr Menschen mit Bildern und Geschichten vom Saarland begeistern zu können!

Dann kennen Sie sich bestimmt auch mit den Anforderungen an einen guten Social-Media-Auftritt für Unterkünfte und Gastronomiebetriebe aus, oder? Welcher Kanal passt denn zu welchem Unternehmen?
Genau, die beiden Fragen kann ich auch gut zusammen beantworten. Zunächst einmal ist es besonders wichtig, dass der Content - also Bilder, Texte und Videos zu Ihrem Unternehmen - zum Social-Media-Kanal passt. Instagram zum Beispiel ist sehr bildstark: je weniger Text, desto besser. Mit Hashtags können Nutzer nach bestimmten Inhalten suchen. Als Gastronom würde ich mir also einen Instagram-Kanal anlegen, weil hier jeden Tag - durch die vielen Gerichte - zahlreiche Motive entstehen können.

Pinterest eignet sich sehr gut für Unterkünfte, weil man Pinterest fast schon als „Buchungsplattform“ nutzen kann. Da die sogenannten Pins immer mit einem Link hinterlegt werden müssen, sind eine gute Home- oder Landingpage - am besten mit direkter Online-Buchungsfunktion - das A und O.

Ähnlich würde ich Facebook einordnen. Hier können Sie auch gut mit Bewegtbild arbeiten. Und auf Facebook kommt man auch mit einem kleinen Budget für Anzeigenschaltungen zu einer guten Reichweite.

Generell gilt: Entscheiden Sie sich für den Kanal, der Ihnen selbst am meisten zusagt. Erst wenn Sie sich auf diesem Kanal gut platziert haben, können Sie sich an weitere Kanäle herantasten. Letztlich ist es ja auch eine Frage der Ressourcen, die Ihnen zur Pflege von Social-Media-Accounts zur Verfügung stehen.

Sie sagen, dass der Content zum Kanal passen muss. Was können sich unsere Leser darunter konkret vorstellen?
Ich rate immer dazu, das eigene Nutzerverhalten auf der jeweiligen Plattform zu betrachten. Was zeigt mir z. B. mein Instagram-Feed? Daran erkenne ich, welche Sprache andere Accounts sprechen. Es soll mir auch selbst Spaß machen, die Posts anzuschauen oder zu lesen. Man sollte versuchen, seine Follower auf der emotionalen Ebene zu erreichen. Gute Bilder, die für sich sprechen und damit keiner großen Erläuterung bedürfen, passen gut zu Instagram. Wenn ich eine tolle Homepage habe, z. B. mit Tipps zu Ausflugszielen in der Nähe, dann sollte ich diese mit Pinterest unterstützen. Wenn ich eine ganze Geschichte erzählen will, findet sich auf Facebook Platz dafür.

Nun wird in Social Media ja auch viel kommentiert. Wie sollen unsere Leser denn mit negativen Kommentaren umgehen?
Genauso wie mit einem verärgerten Gast an der Rezeption oder im Restaurant. Sie reden bzw. schreiben mit ihm und suchen nach einer Lösung. Der einzige Unterschied ist, da - im übertragenen Sinne - auf Social-Media-Plattformen gleichzeitig mehr Menschen an der Rezeption stehen und alle zuhören können, wie Sie mit dem verärgerten Gast reden. Sie sollten immer versuchen, mit Ihrer „Community“ zu interagieren. Dabei gilt: Keine Angst vor „Shitstorms“! Denn waschechte "Fans" bewerten Sie gut und verteidigen Sie im Falle eines Falles auch gegen unberechtigte Kritik. In den „Insights“, die Sie in allen Plattformen kostenfrei einsehen können, erkennen Sie, was Ihren Followern gefällt und was eher nicht so gut ankommt. Diese Infos sollten Sie nutzen, um Ihren Content zu optimieren.

Auch für die TZS gewinnt Pinterest eine immer größere Bedeutung. Welche Vorteile bietet diese Plattform denn?
Die digitale Pinnwand "Pinterest" ist ein unterschätztes Anfängertool. Bei Pinterest handelt es sich mehr um eine Suchmaschine als um ein echtes, interaktives soziales Medium. Es gibt keine Kommentarfunktion oder einen Like-Button; Nutzer „merken“ sich einzelne Beiträge - die sogenannten Pins - ganz ohne Wertung. Ein Pin besteht dabei immer aus einem Bild, Text und einem Link auf eine Landingpage. Als Unterkunft kann ich auf meiner eigenen Pinnwand zum Beispiel einen Rundgang durch die FeWo oder ein Zimmer einstellen. Dazu pinne ich bereits bestehenden Content von anderen Leistungsträgern in meiner Nähe an, z. B. vom Ausflugsziel oder der Gastronomie um die Ecke. Vielleicht findet sich auch ein Pin von einem Blogger / einer Bloggerin über die Region. So findet der Gast auf meiner Pinnwand einen kleinen Urlaubsplaner zur Inspiration. Wichtig dabei: „Die Mischung macht‘s!“

Vielen Dank für das Interview, Frau Rissel. Was möchten Sie den Lesern mit auf den Weg geben?
Ich kann nur immer wieder sagen: Trauen Sie sich! Bespielen Sie einen Kanal, den Sie selbst gerne (privat) nutzen. Man kann auf Social Media nicht sehr viel falsch machen. Erzählen Sie Geschichten und halten Sie so Kontakt zu Ihren Gästen. Im besten Fall haben Sie am Ende eine eigene Community, die bei Freunden und Familie für Sie wirbt, Ihre Inhalte teilt und Ihnen auch in schwierigen Situationen die Treue hält.

Ihre TZS-Ansprechpartnerin:
Anna Rissel
E-Mail rissel@tz-s.de
Tel. 0681 92720-32
www.urlaub.saarland