Nationalpark Hunsrück-Hochwald

eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Politik, Bevölkerung und Naturschutz

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Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald. © Klaus-Peter Kappest

Herzlichen Glückwunsch!

Im Jahr 2015 haben die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland beschlossen, ein zusammenhängendes Gebiet von rund 10.200 Hektar, das entspricht etwa 14.000 Fußballfeldern, langfristig zu schützen und gleichzeitig für die Bevölkerung erlebbar zu machen. Sie riefen den Nationalpark Hunsrück-Hochwald ins Leben.

Was ist ein Nationalpark?

Ein Nationalpark ist nach § 24 BNatSchG (2009) definiert als ein rechtsverbindlich festgesetztes, einheitlich zu schützendes, großräumiges, weitgehend unzerschnittenes Gebiet von besonderer Eigenart.  Im Schutzgebiet soll sich die Natur möglichst großräumig, ursprünglich und ungestört entwickeln. Bei der Namensgebung Nationalpark Hunsrück-Hochwald wurden die Wünsche der in der Region lebenden Bevölkerung berücksichtigt, denn ein weiteres Ziel ist es, durch den Nationalpark die Verbindung zwischen Mensch und Natur zu stärken.

Besonderheiten im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald liegt im westlichen Hunsrück und erstreckt sich als zusammenhängendes Gebiet über die Hochlagen des Hunsrücks. Der höchste Berg Deutschlands westlich des Rheins, der Erbeskopf, ist mit 816 Metern über dem Meeresspiegel auch die höchste Erhebung des Nationalparks. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein siedlungsarmes Gebiet in kühl-feuchten Hochlagen. Die hier natürlich vorkommenden Buchenwälder machen gut die Hälfte der Waldfläche aus. Alte Buchenwälder gelten europaweit als stark gefährdeter Lebensraum. Die von Quarziten geprägten Böden wechseln sich ab mit Felsformationen und Blockschutthalden, sehr kleinräumig auch mit Mooren, den so genannten Hangbrüchern. Schützenswert sind auch die Arnika- und Borstgraswiesen. Seltene Tierarten wie Schwarzstorch, Schwarzspecht und Wildkatze finden hier ideale Lebensbedingungen und werden heimisch. Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald leben nachweislich über 100 Wildkatzen, so dass von einer stabilen Population gesprochen werden kann.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Refugium für wildlebende Pflanzen. Sein Artenreichtum und seine biologische Vielfalt sind schützenswert. Er ist eine wahre Schatztruhe, in der sogar zwei neue Arten entdeckt wurden: die Hunsrück-Warzenflechte und die Hunsrück-Rotalge. Letztere bescheinigt den Gewässern im Nationalpark eine sehr gute Wasserqualität. Vor allem die weltweit seltene Baumart Rotbuche wächst hier. Diese Bäume dürfen hier alt werden, zerfallen, verrotten und sich selbst verjüngen.

Welchen Plan verfolgt der Nationalpark Hunsrück-Hochwald?

Der Nationalpark Hunsrück Hochwald folgt einem Schutzkonzept, das einerseits der Natur eine weitgehend ungestörte Entwicklung erlaubt. Zum anderen fördert der Nationalpark die Forschung. Wissenschaftler analysieren beispielhaft die Wildkatzenpopulation, erforschen ihr Verhalten und setzen sich für ihren langfristigen Erhalt ein. Er ist der jüngste Nationalpark Deutschlands und bietet eine einzigartige Kombination aus Natur und Geschichte. Zum Nationalparkplan hier.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald und sein kulturelles Erbe.

In den Wäldern und Fluren der Saar-Hunsrück-Region finden sich zahlreiche Spuren aus keltischer Zeit, 16 Keltenburgen und über 1000 Hügelgräbern sowie viele bedeutende Funde und Kunstschätze.

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald befindet sich mit dem Ringwall Otzenhausen eine der mächtigsten keltischen Befestigungsanlagen Europas. Sie wurde um 400 v. Chr. errichtet und etwa 250 Jahre später erweitert. Noch heute beeindrucken und erstaunen die meterhohen Steinreste des Ringwalls. Das 18,5 ha große Oppidum auf dem Dollberg liegt im nördlichen Saarland, im Schwarzwälder Hochwald. Auf einer Länge von 460 m ist der Nordwall heute noch 10 m hoch und an der Basis 40 m breit.

Nationalpark-Tor Keltenpark - das saarländische Tor zum Nationalpark

Am Fuße des Ringwalles von Otzenhausen steht ein "echtes" keltisches Dorf, wie es vor über 2.000 Jahren innerhalb der gewaltigen Ringwallanlage auf dem Dollberg ausgesehen haben könnte. Die Siedlung besteht aus 10 Wohn-, Handwerks- und Speichergebäuden, die sich in Architektur und Bauweise an historischen Befunden und Vorbildern orientieren.  An jedem 1. Wochenende von Mai bis Oktober beleben die Hochwaldkelten das Keltendorf. Das Keltendorf ist auch Teil der Freiluftausstellung des Besucherzentrums am Nationalpark-Tor Keltenpark. Die Ausstellung im Besucherzentrum am Nationalpark-Tor Keltenpark zeigt zudem die wechselvolle Natur- und Kulturgeschichte des Hunsrück-Hochwaldes. Sie zeigt, dass die frühen Kelten ein Kulturvolk waren und präsentiert beispielhafte Rekonstruktionen, wie Waffen, Keramik oder keltisches Kunsthandwerk, das die Region Hunsrück-Hochwald widerspiegelt. Regelmäßig finden Führungen statt und im Café Keltenpark wird für das leibliche Wohl gesorgt. Es ist auch möglich für Veranstaltungen oder Tagungen Räumlichkeiten zu mieten. Weitere Informationen zum Nationalparktor Keltenpark hier.

Als zentrale Anlaufstellen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald dienen drei Nationalparktore. Sie bieten Informationen, Ausstellungen, Parkmöglichkeiten, Anbindung an den ÖPNV und sanitäre Einrichtungen. Darüber hinaus gibt es an jedem Tor besondere Highlights und Angebote, die den Besuch im Nationalpark abwechslungsreich gestalten.

Aktiv den Nationalpark Hunsrück-Hochwald erleben

Der Nationalpark Hunsrück Hochwald ist ein Eldorado für Wanderer und Radfahrer. Zahlreiche prämierte Wanderwege erschließen die Natur des Nationalparks. Rundwanderwege wie die Traumschleifen oder die Etappen des Fernwanderweges Saar Hunsrück Steig gehören zu den schönsten Wanderwegen in Deutschland. Zehn Radrouten führen zu den Toren des Nationalparks und ermöglichen zahlreiche Rundtouren.

Höhepunkte sind die Rangertouren. Die Touren durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald zeigen mit unterschiedlichen Schwerpunkten die kleinen und großen Wunder der Natur. Mal steht die Geschichte des Ringwalls im Mittelpunkt, mal stehen Fledermausnächte, Waldbaden oder eine mystische Tour in die Morr auf dem Programm. Auch barrierefreie Touren und Touren mit Kinderwagen sind möglich. Wer lieber alleine auf Tour geht, dem hilft der digitale Tourenbegleiter, die Nationalpark Hunsrück-Hochwald App. Zur App hier

Übernachtung und Gastronomie

Vielfältige Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten von Jugendherbergen, Ferienwohnungen über Hotels bis hin zu Trekkingcamps bietet die Region. Alle Betriebe, die sich mit den Zielen des Nationalparks identifizieren, wurden auf Qualität, Regionalität geprüft. 

Neue Eventreihe: Das Keltenmahl

In Zusammenarbeit mit dem Keltenpark Otzenhausen und dem Keltenverein "Die Hochwaldkelten e.V." lädt Beste Events zu einem außergewöhnlichen Erlebnis ein: zum Keltenmahl. Der Abend führt die Gäste in eine längst vergangene Zeit, in der Historie und Gegenwart verschmelzen. Sobald die Gäste den Keltenpark betreten, tauchen sie in eine mystische Atmosphäre ein. Besucher werden Teil eines geheimen Rituals, das Einblicke in das Leben und die Kultur der Kelten gibt. Das Highlight des Abends ist die Keltentafel, an der Gäste Gerichte genießen aus jener Zeit. Umrahmt von Musik und historischen Aromen, wird der Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis, das Tradition und Genuss verbindet.

Ein Abend voller Magie, Mythen und Geschichte, Beginn des Keltenmahls 18:30 Uhr, jeweils am 13.März; 10. April; 8. Mai;25. September; 16. Oktober und 13. November 2026

Interviewpartner:

Michael Koch, Geschäftsführer des Nationalparktors Keltenpark, Archäologe und Altertumswissenschaftler. Er leitete die Grabungen am keltischen Ringwall in Otzenhausen von 2005 bis 2012 und organisierte die internationalen Archäologie-Tage in Otzenhausen von 2012 bis 2019. Seit 2008 ist er Vorsitzender der Hochwaldkelten, die das Keltendorf mit Leben füllen. Er steckt voller Ideen und Visionen und ist davon überzeugt, dass die Region Saar-Hunsrück, das Potenzial eines UNESCO-Weltkulturerbes zum keltischen Erbe besitzt.

 

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