Online & Social Media

Kevin Ehm

Herr Ehm, kurz zu Ihrer Person. Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Kevin Ehm, ich bin 25 Jahre alt und ein waschechter Saarländer. Zwar wollte ich nach dem Abi unbedingt mal weg von zu Hause, aber nach 3 Jahren Exil im schönen Mainz war ich dann doch überglücklich, den Master in Freizeit-, Sport-, Tourismus-Management an der htw saar in Saarbrücken machen zu können. Als ich dann direkt nach der Abgabe meiner Abschlussarbeit auch noch einen Job bei der TZS bekommen habe, war alles perfekt! Ich kümmere mich um die Webpräsenz der TZS; d. h. ich pflege die Internetseite www.urlaub.saarland und unsere Social-Media-Kanäle.

Ich bin also ein Heimkehrer und sehe mich definitiv auch als Hier-Bleiber. Trotzdem ist das Reisen ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Es gibt kaum einen Moment, in dem ich mal nicht meine nächste Reise plane! (lacht) Unterwegs halte ich das Erlebte gerne mit meiner Kamera fest und lasse andere in sozialen Medien daran teilhaben. Auch die Musik ist mein Hobby. Zwar habe ich das Musizieren schon lange an den Nagel gehängt… es gibt aber für mich kaum etwas Schöneres, als mit meinen Freunden auf Rock-Konzerten und Festivals zu feiern!

Ihre Lust am Reisen und Fotografieren ist bestimmt auch beruflich von Vorteil. Was macht für Sie den perfekten Auftritt eines Hotels oder Restaurants in sozialen Medien aus?

Auf Instagram will ich auf den ersten Blick von einem Restaurant oder Hotel überzeugt werden. Ich will einen professionellen, sympathischen und vor allem authentischen Auftritt mit ansprechenden Bildern sehen. Mir ist dabei wichtig, einen Einblick zu bekommen: Ambiente, Zimmer, Aussicht, ein Auszug aus der Speisekarte… Dann stöbere ich auch weiter und hoffe, noch mehr zu erfahren. Ich möchte einen Blick hinter die Kulissen werfen dürfen. Was natürlich außerordentlich wichtig ist, sind Informationen zu Lage und Kontakt.

Instagram scheint Ihr persönlicher Lieblings-Kanal zu sein, richtig? Würden Sie Hoteliers und Gastronomen empfehlen, sich auf dieser Plattform zu präsentieren? Welche anderen sozialen Medien könnten interessant oder vielleicht noch wichtiger für die Branche sein?

Ganz genau. Auf Instagram ist es am Einfachsten, seine Beiträge mit den „richtigen“ Personen zu teilen. Gerade aus dem Grund ist es - meiner Meinung nach - für Gastronomen und Hoteliers sinnvoll, sich hier zu präsentieren. Wichtig ist: nicht einfach drauf los posten. Instagram ist eine Plattform zur Inspirationen und auch dazu da, eine Bindung zu den Followern aufzubauen. Professionelle Bilder mit einer kurzen Beschreibung gehören in den Feed; der Blick hinter die Kulissen passt gut in die Instagram-Story. Wenn man diese beiden Tools richtig und vor allem auch regelmäßig bedient, kann man damit nicht nur Stammkunden binden, sondern auch neue Kunden gewinnen.

Eine Präsenz auf Facebook ist meiner Meinung nach ebenso sinnvoll. (Auch, wenn viele behaupten, der Kanal sei „tot“.) Wichtig ist, die Zielgruppen zu unterscheiden! Zwar können auf Facebook auch Instagram-Posts geteilt werden. Man sollte aber Inhalte nicht nur auf diese Weise generieren. Auf Facebook passt ein Mix aus Bildern, Neuigkeiten, Aktionen und Veranstaltungen.

Besonders wichtig auf Instagram und Facebook: Die Interaktion mit der Community!

Besonders wichtig bei beiden Kanälen: Die Interaktion mit der Community! Auf Kommentare einzugehen, Fragen zu beantworten und Beiträge der Abonnenten zu teilen, zeigt, dass hinter dem virtuellen Profil eine reale Person steckt.

Was ich Hoteliers und Gastronomen im Saarland nicht empfehlen würde, ist eine Präsenz in Kanälen wie Twitter oder Snapchat aufzubauen. Erstens ist unsere Zielgruppe dort weniger unterwegs und zweitens bieten Instagram und Facebook viele Funktionen der genannten Kanäle selbst auch an. Stecken Sie Ihre Zeit also lieber in die Pflege von Facebook und Instagram!

Die Tourismus Zentrale Saarland betreibt sowohl bei Facebook (Urlaub im Saarland) als auch bei Instagram (@urlaub_im_saarland) einen Account. Stimmen Sie die beiden Kanäle aufeinander ab? Was posten Sie auf Facebook, was auf Instagram?

Wie bereits erwähnt ist die Zielgruppe der beiden Kanäle nicht identisch. Demnach muss auch der Inhalt - größtenteils - ein anderer sein.
Auf Instagram re-posten wir überwiegend Inhalte, die unsere Community erstellt hat. Das nennt man dann auch „user generated content“. Ab und zu gibt’s auch mal eigene Bilder oder Bilder von beauftragten Influencern in unserem Feed. Wir rufen die Community dazu auf, Bilder aus dem Saarland mit dem Hashtag #visitsaarland hochzuladen. Ich suche dann täglich nach dem Hashtag und wähle die schönsten Bilder aus. Mit der Zustimmung der Urheber, die sicherheitshalber immer einzuholen ist, veröffentlichen wir die Bilder auf unserem Profil, verlinken den Urheber und schreiben einen kurzen Text dazu.
In der Instagram-Story hingegen teilen wir Inhalte zu besonderen Anlässen oder nehmen auch mal an Aktionen mit anderen Landesmarketingorganisationen teil.

Die Nutzung aller Instagram-Tools und auch die Interaktion mit der Community erhöhen das sogenannte „Engagement“. Je höher das Engagement, desto eher werden die Beiträge im Feed anderer Nutzer gezeigt.

Auf Facebook teilen wir verschiedenste Inhalte, z.B. Veranstaltungen, Bilder oder Posts zu besonderen Anlässen. Wir bereiten auch (ältere) Themen von unserer Webseite auf und beleben sie so aufs Neue.

Der Unterschied liegt also darin: Instagram ist für die kurze Aufmerksamkeit und Inspiration sinnvoll, Facebook kann dafür etwas mehr in die Tiefe gehen und zu weiteren Handlungen, z.B. einem Klick auf die Webseite, führen.

Würden Sie der folgenden Aussage zustimmen? „In sozialen Medien schlummern Potentiale, die die Branche zurzeit nur wenig nutzt.“

Ja, schon. Ich meine, es handelt sich um einen Kanal, den man kostenlos bedienen kann, um für sich zu werben. Dabei geht es nicht nur um Produktplatzierung, sondern auch um Imagebildung. Warum zum Beispiel nicht mal eine Story über den Tag als Azubi im Betrieb veröffentlichen und damit potentielle Mitarbeiter auf sich aufmerksam machen? Natürlich muss das Ganze auf den jeweiligen Kanal abgestimmt sein. Ein Azubi „Take-Over“ (man gibt seinen Social-Media-Kanal für eine bestimmte Zeit an Dritte ab) könnte das Instagram-Feed beeinträchtigen, während die Story ein guter Platz dafür wäre (siehe „Einblick hinter die Kulissen“ geben).

Natürlich birgt die (Nicht-)Nutzung von sozialen Medien auch Gefahren… Ein „toter“ Instagram-Account kann sich auch negativ auf das Image auswirken (z.B. HRS). Deshalb ist es besonders wichtig, Personal- und Zeitressourcen für die Pflege von Social-Media-Kanälen einzustellen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Ehm. Was möchten Sie den Lesern mit auf den Weg geben?

Trauen Sie sich, soziale Medien zu nutzen, wenn Sie dafür genügend Zeit haben. Denn aktiv zu sein ist mit das Wichtigste bei der Pflege Ihrer Accounts. Und bauen Sie eine Bindung zu Ihrer Community auf. Das wird sich dann auch im „echten Leben“ positiv auswirken!

Ansprechpartner:
Kevin Ehm
Tourismus Zentrale Saarland GmbH
E-Mail ehm@tz-s.de
Tel. 0681 92720-37 

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