"Sophie, kannst du dich kurz vorstellen und erzählen, in welcher Sportart du bei den Special Olympics Nationalen Spielen Saarland 2026 antrittst?"
"Hallo, ich bin Sophie Rensmann, 29 Jahre alt, und komme aus Dortmund. Ich spiele Tennis, im Unified Team und alleine. Tennis spiele ich, seit ich vier Jahre alt bin. Und seit ich drei Jahre alt bin, fahre ich Ski. Das ist aber keine Sportart von den Nationalen Spielen in diesem Jahr. Außerdem arbeite ich bei den Werkstätten Gottessegen in der Lederwerkstatt."
"Worauf freust du dich besonders, wenn du an deinen Besuch bei den Nationalen Spielen im Saarland denkst?"
"Ich bin dann zum ersten Mal im Saarland. Ich freue mich darauf, das Saarland kennenzulernen und vielleicht wieder neue Freunde zu finden. Das war bei anderen Nationalen Spielen auch so. Man sieht sich dann immer bei den Turnieren wieder. Ich bin gespannt, wie die Stimmung sein wird – in den Sportstätten, aber auch in der Stadt, in den Hotels und Restaurants."
"Welche Erfahrungen zum Thema Barrierefreiheit hast du in der Vergangenheit gemacht? Was wünschst du dir von den Gastgeber*innen der Special Olympics Nationalen Spiele 2026?"
"Barrierefreiheit ist für mich mehr als nur eine Rampe am Eingang. Bei vielen Restaurants ist die Toilette im Keller, aber es gibt keinen Aufzug. Das ist für Rollstuhlfahrer oder Menschen, die mit dem Rollator unterwegs sind, ein großes Problem. Ich selbst bin gut zu Fuß. Aber ich wünsche mir für alle Zugänge ohne Treppen, breite Türen und gut ausgeschilderte Toiletten – nicht irgendwo versteckt.
Für mich ist eher die Lautstärke ein Thema. Ich bin lautempfindlich. Wenn viele Menschen gleichzeitig sprechen, Musik läuft und Geschirr klappert, ist das für mich sehr anstrengend. Es wäre schön, wenn Restaurants ruhige Bereiche hätten oder das Personal verständnisvoll ist, wenn man nach einem ruhigeren Tisch fragt.
Auch das Licht ist mir wichtig: Es sollte nicht grell oder zu dunkel sein. Ich möchte mich wohlfühlen und sehen, was ich esse. Flackerndes Licht ist auch schwierig.
In Hotels finde ich eine eindeutige Beschilderung mit leicht verständlichen Zeichen gut. Ich wünsche mir Infos, die ich verstehe. Am besten in Leichter Sprache. Und geduldige Ansprechpartner, die einem alles erklären.
Und das Personal soll uns als erwachsene Gäste behandeln – freundlich und respektvoll. Wir brauchen manchmal Unterstützung, aber wir sind keine Kinder."
"Welche drei Wünsche hast du an deinen Aufenthalt im Saarland?"
"Ich wünsche mir erstens Freundlichkeit und Offenheit. Wir möchten nicht angestarrt oder unterschätzt werden.
Zweitens wünsche ich mir verständliche Speisekarten – gerne mit Bildern. Das hilft vielen Athleten bei der Auswahl.
Und drittens wünsche ich mir Geduld. Manchmal dauert eine Bestellung länger oder es gibt Fragen. Wenn das Personal ruhig bleibt und uns ernst nimmt, fühlen wir uns willkommen."
"Was müsste bei den Special Olympics Nationalen Spielen 2026 passieren, damit du das Saarland im Herzen behältst?"
"Ich wünsche mir ein schönes und spannendes Turnier und viele schöne Begegnungen. Dass wir ein paar Fotos zusammen machen. Vielleicht gewinne ich auch eine Medaille – die würde ich zuhause zu meinen anderen hängen.
Aber noch wichtiger ist das Gefühl danach: Wenn ich nach Hause fahre und merke, dass ich überall willkommen war – im Hotel, im Restaurant, in der Stadt. Barrierefreiheit heißt für mich: dazugehören. Und das merkt man vor allem am Umgang miteinander."