Zukunftsfähiger Tourismus: begeisternd. wirtschaftlich. glaubwürdig. resilient.
Knapp 50 engagierte Akteur*innen aus dem saarländischen Tourismus kamen am Innovation Campus der Universität des Saarlandes zusammen, um gemeinsam an einem zukunftsfähigen Tourismus zu arbeiten. Spürbar war: Nachhaltigkeit bewegt – und sie verbindet. Die Stimmung war offen, konstruktiv und von echtem Gestaltungswillen geprägt.
Im Fokus standen konkrete Fragen: Wie begeistern wir Gäste und Mitarbeitende für nachhaltiges Verhalten? Wie kommunizieren wir glaubwürdig und rechtssicher? Welche Investitionen sind sinnvoll – und welche rechnen sich langfristig? Auch Resilienz zog sich dabei als roter Faden durch den Tag: Angebote klimafit weiterentwickeln, neue Zielgruppen erschließen, Ressourcen effizienter nutzen und so unabhängiger von Krisen und Kostensteigerungen werden.
Praxisimpulse und Workshops zeigten: Es geht nicht um Perfektion, sondern um machbare Schritte. Jetzt heißt es dranbleiben – gemeinsam für einen Tourismus, der begeistert, wirtschaftlich stark und zukunftsfähig ist.
Keynote: Klimapsychologie: Was Menschen wirklich vom Handeln abhält
Die Keynote von Fabian Hirt eröffnete den Green Tourism Day mit einer klaren und zugleich praxisnahen Perspektive auf Veränderungsprozesse im Tourismus. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum nachhaltige Entscheidungen im Alltag oft ausbleiben, obwohl das Bewusstsein dafür längst vorhanden ist. Ein Großteil der Menschen hält Nachhaltigkeit für wichtig und kennt die grundlegenden Zusammenhänge, dennoch zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Wissen und tatsächlichem Handeln.
Hirt machte deutlich, dass diese Lücke weniger mit fehlenden Informationen zu tun hat, sondern vielmehr mit psychologischen Mechanismen. Entscheidungen werden nicht nur rational getroffen, sondern stark durch Emotionen, Gewohnheiten und das soziale Umfeld geprägt. Wenn diese Ebenen nicht angesprochen werden, bleiben selbst gut gemeinte Maßnahmen wirkungslos. Er zeigte typische Hürden auf, die Veränderung verhindern können. Dazu gehören das Gefühl, keinen Einfluss zu haben, fest verankerte Routinen im Alltag, die Orientierung am Verhalten anderer sowie die Sorge vor zusätzlichen Kosten oder Nachteilen. Gleichzeitig liegt genau hier der Ansatzpunkt für erfolgreiche Strategien.
Erfolgreiche Ansätze knüpfen an bestehende Motive an, etwa an Komfort, Wirtschaftlichkeit oder Qualität und machen neue Verhaltensweisen leicht umsetzbar. Beispiele aus der Praxis, Vorbilder und kleine, konkrete Schritte können dabei eine große Wirkung entfalten.
Die Folien zur Keynote können gerne bei Sabrina Deutsch angefragt werden.